Von den Anfängen bis heute

Die Gärtnerei Rintisch ist ein Familienunternehmen, welches bereits seit 1892 auf dem Gelände des vormaligen Edelhofes von Herbsleben existiert. Gegründet wurde der Betrieb vom Landwirt und Gärtner Friedrich Teubner (geb.1841 - gest. 1928).

Herbsleben, im Thüringer Becken gelegen, blickt auf eine über 200-jährige Tradition beim Spargel-, Frühkartoffel- und Gemüsebau zurück. Beste Böden und ein ausgeglichenes Klima ermöglichen den Anbau gärtnerischer Sonderkulturen wie z. B. Zwiebeln, Knoblauch, Tabak, Gurken, Trockenblumen und Blumenzwiebeln.

In den Anfangsjahren dominierte in unserem Betrieb die Anzucht von Gemüsejungpflanzen, Spargelpflanzgut, Bleichspargel neben landwirtschaftlichen Kulturen und der Kranzbinderei. Die Erzeugung von hochwertigem Gemüse- und Staudensaatgut (Bohnen, Rittersporn) im Vertragsanbau mit Erfurter Saatzuchtunternehmen war ein weiteres Geschäftsfeld.

1960 erfolgte die entschädigungslose Enteignung aller Flächen, der Gewächshäuser und des Inventars im Rahmen der Kollektivierung der Landwirtschaft nach russischem Vorbild.

Gerhard Rintisch (geb. 1933), Urenkel des Betriebsgründer, gründete den Betrieb 1990 neu und richtete ihn auf die Erfordernisse der Marktwirtschaft neu aus. Auf seine tatkräftige Unterstützung können wir auch heute noch bauen.

Mit dem Eintritt von Sohn Ingo Rintisch in das Unternehmen im Jahr 1992 stand zuerst eine Umstellung und Modernisierung der bestehenden Braunkohle-Heizung auf Erdgas, der Bau eines neuen Folienblockes mit Doppelfolie und schließlich 1995 der Bau eines Venlo-Gewächshauses mit Verkaufsabteil an. Die Einrichtung mit Rolltischen, Energieschirm und moderner Klimaregelungstechnik ermöglichten eine rationellere Produktion von Frühjahrsblühern, Balkonpflanzen, Alpenveilchen usw. unter dem Aspekt der Einsparung von Energie und einer verbesserten Verkaufskultur.

Seit den 2000er Jahren verstärkte Inhaber Ingo Rintisch seine Aktivitäten auf dem Gebiet der Pomologie (Obstsortenkunde, Pflege und Schnitt der Obstgehölze, Veredlungsverfahren, obstbauliche Standortkunde). Daraus entwickelte er seit den Jahren ab 2010 ein rationelles Anzuchtverfahren für Obstgehölze unter Verwendung der Winterhandveredlung.

Die Ausnutzung temperierter Gewächshäuser im Winter, frühzeitiger Aufstellung der angetriebenen Veredlungen im Freiland und der möglichen Herbstpflanzung noch im selben Jahr durch den Kunden an Ort und Stelle bedeuten eine Verkürzung der Kulturzeit um mindestens 1 Jahr bei hoher Veredlungssicherheit. Seit 2013 wird dieses Verfahren unter dem Namen "Veredlungsservice für Kern- und Steinobst" zunehmend genutzt, um vor allem abgängige Bäume wertvoller Obstsorten zu erhalten.